22.04.07 | 17:02 | 1072 x gelesen

Der TATORT aus Köln -
wie immer mit Horst Schimanski.

Stell d'r für d'r Kreml stünd am Ebertplatz,
Stell d'r für d'r Louvre stünd am Rhing,
Do wör für die zwei doch vell ze winnich Platz,
Dat wör doch e unführstellbar Ding.

Am Jürzenich, do wör villeich et Pentajon,
Am Rothus stünd dann die Akropolis,
Do wöss mer överhaup nit wo mer hinjon sollt,
Un doröm es dat eine janz jewess.

Mer losse d'r Dom en Kölle, denn do es hä zo Hus
Un op singem ahle Platz bliev hä och jot en Schoss.

Bläck Fööss: "Mer losse d’r Dom en Kölle" (1974)

Zu seinem 25jährigen TV-Jubiläum ermittelt TV-Detektiv Horst Schimanski in Duisburg-Thielenbruch. Klingt spannend? Bestimmt. Für die ganze Republik, nur nicht für die Leute aus Duisburg und Köln. Für die klingt dass, als wolle man ihnen erzählen, der Schiefe Turm von Pisa stünde in Paris: „Unübersehbar ist“, so die Duisburger Horst-Schimanski-Site horstschimanski.info, „dass auch die neue Folge zu großen Teilen in Köln und Umgebung – in Reichweite der Produktionsfirma Colonia Media – gedreht wurde. Wenn Schimanski aus der Arbeitsagentur stürzt, um zu verhindern, dass sich eine Arbeitslose vor die Stadtbahn stürzt, wird der Duisburger Krimi rabiat in die Domstadt verpflanzt, denn auf dem Zielanzeiger der Bahn steht der Kölner Stadtteil Thielenbruch.“

Regisseur Torsten C. Fischer gibt sich wacker: Die zwei Duisburger Drehtage habe er noch heldenhaft „rausgehandelt“, brüstet er sich gegenüber horstschimanski.info.

Nicht rausgehandelt werden musste das Kleingeld, das nötig war, um die gesamte Schimanski-Wohnung aus dem ersten Fall von 1981 komplett neu nachzubauen; Grund: das Panorama vor der Originalwohnung stimmte nicht mehr: „Als wir aus dem Fenster schauten, war die Industriekulisse verschwunden“, sagt der Regisseur. Nee, klar. Das Ruhrorter Stahlwerk steht da lange nicht mehr. Es wurde in Einzelteile zerlegt und in China neu aufgebaut.

Vielleicht aber hätte der skriptverantwortliche Drehbuchveteran Horst Vocks, der auch den Schimanski-Erstling „Duisburg-Ruhrort“ geschrieben hat, gerade diese Industrieanlagen-Transplantation thematisieren können, dann hätte er in seinem Buch einen wunderbaren Kontrast zur ebenfalls anwesenden Reminiszenz an Schimmis rohe-Eier-Schlürfszene aus der ersten Folge vor 25 Jahren gehabt, man hätte in der Originalwohnung und länger in Duisburg drehen können, alles wäre billiger geworden und authentischer. Darum geht’s doch, oder. Dass alles billiger geht.

Schimanski - Tod in der Siedlung. 22. April 2007, 20:15 Uhr, ARD.

Link | Ich glotz TV | 2007.04.22, 17:02 comment |

mutant, Sonntag, 22. April 2007, 17:52
köln. of all places.

Link

 
saoirse, Sonntag, 22. April 2007, 21:21
i'd rather say: thielenbruch, of all places! das ist ja fast schon in bergisch-gladbach.

Link

 
mutant, Sonntag, 22. April 2007, 21:51
die sendung war auch ganz schoen bergisch-gladbach...

Link

 
saoirse, Sonntag, 22. April 2007, 22:08
schöne tautologie! in der ist schimanski ganz schön schäbbisch jläbbisch!

Link

 
svenk, Sonntag, 22. April 2007, 22:33
PLUS es RIUS. Un Duisburch es Jläbbisch. Es dat jätz schäbbisch?

Was wir hier haben ist quasi die Globalisierung in der Inlandsversion: Duisburg wurde für Schimanski aus Kostengründen nach Köln verlegt. Aber immer noch besser, als wenn der als Schauspieler kostengünstigere Peter Millowitsch Götz Georges Rolle an den Originalschauplätzen in Duisburg übernommen hätte. Mit Bernd Stelter als Hänschen.

Wigger met Musik.

Link

- - -