22.04.07 | 17:02 | 771 x gelesen
Zu seinem 25jährigen TV-Jubiläum ermittelt TV-Detektiv Horst Schimanski in Duisburg-Thielenbruch. Klingt spannend? Bestimmt. Für die ganze Republik, nur nicht für die Leute aus Duisburg und Köln. Für die klingt dass, als wolle man ihnen erzählen, der Schiefe Turm von Pisa stünde in Paris: „Unübersehbar ist“, so die Duisburger Horst-Schimanski-Site horstschimanski.info, „dass auch die neue Folge zu großen Teilen in Köln und Umgebung – in Reichweite der Produktionsfirma Colonia Media – gedreht wurde. Wenn Schimanski aus der Arbeitsagentur stürzt, um zu verhindern, dass sich eine Arbeitslose vor die Stadtbahn stürzt, wird der Duisburger Krimi rabiat in die Domstadt verpflanzt, denn auf dem Zielanzeiger der Bahn steht der Kölner Stadtteil Thielenbruch.“
Regisseur Torsten C. Fischer gibt sich wacker: Die zwei Duisburger Drehtage habe er noch heldenhaft „rausgehandelt“, brüstet er sich gegenüber horstschimanski.info.
Nicht rausgehandelt werden musste das Kleingeld, das nötig war, um die gesamte Schimanski-Wohnung aus dem ersten Fall von 1981 komplett neu nachzubauen; Grund: das Panorama vor der Originalwohnung stimmte nicht mehr: „Als wir aus dem Fenster schauten, war die Industriekulisse verschwunden“, sagt der Regisseur. Nee, klar. Das Ruhrorter Stahlwerk steht da lange nicht mehr. Es wurde in Einzelteile zerlegt und in China neu aufgebaut.
Vielleicht aber hätte der skriptverantwortliche Drehbuchveteran Horst Vocks, der auch den Schimanski-Erstling „Duisburg-Ruhrort“ geschrieben hat, gerade diese Industrieanlagen-Transplantation thematisieren können, dann hätte er in seinem Buch einen wunderbaren Kontrast zur ebenfalls anwesenden Reminiszenz an Schimmis rohe-Eier-Schlürfszene aus der ersten Folge vor 25 Jahren gehabt, man hätte in der Originalwohnung und länger in Duisburg drehen können, alles wäre billiger geworden und authentischer. Darum geht’s doch, oder. Dass alles billiger geht.
Schimanski - Tod in der Siedlung. 22. April 2007, 20:15 Uhr, ARD.
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