04.07.07 | 06:08 | 656 x gelesen
Szenarioskizze für ein zu zeichnendes Comic.
Picasso war ein Macho.
Picasso: „Guten Tag. Mein Name ist Pablo Ruiz Picasso. Ich als Maler und Macho kann Ihnen versichern: Erst kommt die Kunst, dann kommen die Frauen. Wenn sie überhaupt je kommen.“
Anerkennen wir bei aller kritischer Distanz: Picasso sagt immerhin „Frauen“ und nicht „Weiber“ (außer zu Cocteau, der alten Schwuchtel).
Picasso: „Cocteau, du alte Schwuchtel! Sofort Finger weg von meinen Weibern!“
Cocteau: „Pablo, Du Sau und Vorzeige-Hete des Kunstbetriebs, den ich anprangere. Du wirst sehen. Wenn Du 93 bist – Jahre nach mir – wirst Du sterben. Am Ende wirst Du wie besessen Geschlechtsteile zeichnen und überhaupt nichts begreifen. Nicht das Leben noch den Tod. Ich jedenfalls, als Künstler und alte Schwuchtel, habe in meinem Leben mehr Frauen begriffen als Du je angefasst hast.“
Edith Piaf: „Yeah!“
Georges Moustaki: „Attends, bouge pas – j’en ferai une chanson.“
Picasso: „Cocteau! Salaud! Kopist!“
Und, ach. Ja, es ging weiter wie bisher. Je selbständiger die Frau an Picassos Seite, desto mehr musste sie unter des Malers Machismo und Erfolgssucht leiden.
Dora Maar: „Guten Tag. Mein Name ist Dora Maar. Ich als selbständige Fotografin und Frau an Picassos Seite kann Ihnen versichern: ich leide sehr unter Pablos Machismo und Erfolgssucht.“
Picasso: „Dora! Dieses ‚Guernica’ macht mich völlig fertig. Leg den blöden Fotoapparat weg, hol mir einen kleinen Roten und blas mir einen. Und dann kannst Du auch gleich den Abwasch machen und was kochen; heute Abend kommt Cocteau, die alte Schwuchtel mit seiner Freundin Jean Marais.“
Jean Marais: „Das wirst Du bereuen. Ich bin Fantômas.“
Wirklich ausgelassenen Spaß hatte man mit Picasso nur, wenn er gerade Erfolg hatte.
Picasso: „Dora! Mein ‚Guernica’ ist der Erfolg auf der Weltausstellung. Hier, hast Du Geld. Leg den blöden Fotoapparat weg, blas mir einen und dann geh und kauf Dir ein Eis.“
Dora Maar: „Was soll ich machen – ich liebe ihn. Selber doof. Ich denke, ich werde mich nach der Trennung von ihm in die Einsamkeit zurückziehen, verrückt werden, und allein und verwirrt sterben.
Nur kurz der Trennung von Picasso zog sich Dora Maar in die Einsamkeit zurück, wurde verrückt und starb allein und verwirrt.
Als Picasso 93 war, ist auch er gestorben. Am Schluss hat er wie besessen Geschlechtsteile gezeichnet und Dora und all die anderen nie begriffen. Vor allem sich selbst nicht.
Und nicht das Leben noch den Tod.
(Abblende, Werbung.)
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