La storia mia è breve. A tela o a seta ricamo in casa e fuori ...
Son tranquilla e lieta ed è mio svago far gigli e rose.
Mi piaccion quelle cose che han si dolce malia,
che parlano d'amor, di primavere,
che parlano di sogni e di chimere,
quelle cose che han nome poesia...
Lei m'intende?”
(Puccini, La Bohème.)
Wenn wir Kind sind, ahnen wir nicht, dass wir mal tot sein werden, dass die anderen tot sein werden, oder nur krank werden, und das Konzept besorgter Gesichter ist uns fremd.
Wenn wir Kind sind, ahnen wir nicht, dass wir sterben werden.
Wenn wir Kind sind, ahnen wir nicht, dass wir streben werden.
Der erste Teddy ist wirklich ein Bär, und das Planschbecken ist das Meer. Beim ersten Weihnachten werden die Geschenke übersehen, so interessant ist der große Baum und sind es die Kerzen und die bunten Kugeln zu denen uns der Vater hochhebt. Beim ersten Schultag posieren wir stolz mit unserer Schultüte und niemand sagt „Na, Du hast ja früh mit dem Kiffen angefangen“. Beim ersten Karneval sind wir wirklich Cowboys und Prinzessinnen. Wünschen und Sein sind ein und dasselbe.
Wenn wir Kind sind, lassen wir uns in einer Tour drücken und gedrückt werdend fotografieren, und sehen doch nur Blitze beim gedrückt werden, denn auch das Konzept des Fotografierens ist uns fremd wie alle überhaupt alle Konzepte, und besonders das Konzept, alles immer festhalten zu wollen, warum auch – es passiert ja ständig etwas Neues.
Auf unseren Kinderfotos sehen wir die alten Leute jung und die toten Leute alt. Und alle halten uns im Arm uns sehen sehr stolz aus und haben leuchtende Augen und sind da. Niemand ist falsch, alle sind richtig. Auch wenn man nur einen Arm hat oder drei Beine oder erst spät gehen lernt oder gar nicht oder wenn man so seltsam ruhig ist. Und in niemandes Arm denken wir an jemand anderen, denn wir sind immer jetzt und hier.
Wenn wir Kind sind, sagt niemand, wir seien schwierig, oder nicht das, was man erwartet habe oder „jetzt setz dich mal hin und hör mir zu“. Wir werden geliebt und wir lieben.
Wenn wir Kind sind, kommen wir nicht einmal auf die Idee etwas begreifen zu wollen, es sei denn mit unseren kleinen Händen, das aber um so mehr, und alles was wir mit denen begreifen ist schön, oder zumindest erstmal interessant.
Wenn wir Kind sind, scheint uns vieles geheimnisvoll und wir haben keine Geheimnisse.
Wenn wir Kind sind, wollen wir uns auch nicht betrinken und nicht rauchen, denn es ist ja immer jemand da und wir sind auch immer da und nicht in Gedanken und wenn nicht dann schlafen wir eben oder schreien oder lutschen am Daumen und machen in die Hose. Wenn wir nicht schlafen können kommt jemand und gibt uns einen Stups auf die Nase und singt für uns oder liest uns was vor von Prinzen und Prinzessinnen und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute.
***
Wenn wir keine Kinder mehr sind, schauen wir uns die Bilder an aus der Zeit, wo wir Kinder waren und wir zeigen sie den anderen, und uns wird ganz warm ums Herz und manchmal ein wenig traurig. Dann sagen wir: „Sahen die Eltern nicht toll aus, als sie jung waren“ und „Da waren sie so alt wie ich jetzt“ und „deine Mutter sah in jung ja so aus wie Du“ und „das ist meine Lieblingsoma, wie ich sie vermisse“ und „das ist der Onkel Karl, der war ein altes Ekel“.
Und dann kommt das Bild vom ersten Schultag, das auf dem wir stolz mit unserer Schultüte posieren und irgendjemand sagt immer „Na, Du hast ja früh mit dem Kiffen angefangen“.
Wenn wir keine Kinder mehr sind, vergleichen wir unsere Kinder mit uns als Kindern oder fragen uns, warum wir selbst keine Kinder haben oder wo eigentlich unser Leben hin ist und dass wir in jährlich absehbarerer Zeit genauso enden werden wie die Lieblingsoma oder der doofe Onkel Karl.
Wenn wir keine Kinder mehr sind, dann wissen wir, dass wir sterben werden und dass die anderen sterben werden, wenn sie nicht schon tot sind oder krank, und wir haben liebe Menschen, auch von den alten Fotos, mit besorgten Gesichtern gesehen, und wir haben sie sterben gesehen auf der Höhe ihrer Träume und wir haben geweint.
Wenn wir keine Kinder mehr sind, fotografieren wir einander wenn wir uns drücken, denn wir fühlen den Drang immer alles festhalten zu wollen, obwohl noch immer ständig etwas Neues passiert. Wir reden davon, alles begreifen zu wollen und begreifen auch vieles, nur immer seltener mit unseren Händen. Wir betrinken uns und wir rauchen, denn es ist nicht immer jemand da und wir sind auch nicht immer mit den anderen und wenn dann dabei oft in Gedanken und wenn nicht dann schlafen wir eben oder schreien besoffen rum und machen uns vor Angst in die Hose.
Wenn wir keine Kinder mehr sind, sagen uns Menschen, wir seien schwierig, oder nicht das, was man erwartet habe und immer wieder heißt es „jetzt setz dich mal hin und hör mir zu“. Und wir wollen immer noch nur lieben und geliebt werden und Prinzessinnen sein oder Cowboys.
Wenn wir keine Kinder mehr sind und nicht schlafen können, dann kommt niemand mehr und gibt uns einen Stups auf die Nase und singt für uns; man ist allein oder man liegt nebeneinander und liest, und die Bücher handeln meist von Menschen, die nicht bekommen was sie wollen und nicht von Prinzen und Prinzessinnen, da wird selten alles gut und viele sterben oder leben allein mit ihrer Katze und sagen traurige Sachen.
Wenn wir keine Kinder mehr sind, ist der Weihnachtsbaum groß und sehr uninteressant und die vielen Geschenke um so mehr. Viele davon sind immer neue Bücher über Menschen, die nicht bekommen was sie wollen und Schnaps.
Wenn wir keine Kind mehr sind, scheint uns immer noch vieles geheimnisvoll und wir haben unsere Geheimnisse.
Wenn wir keine Kinder mehr sind, saufen wir beim Karneval so lange, bis jeder Skunk wie ein Cowboy oder eine Prinzessin aussieht und dann haben wir Sex und dann gehen wir nach Hause und weinen oder legen uns nebeneinander und lesen oder schlafen sofort ein oder führen Gespräche darüber, warum wir nicht bekommen, was wir wollen, anstatt uns in den Arm zu nehmen und zu drücken und im Arm an niemand anderen zu denken, sondern nur jetzt und hier zu sein.
Wenn wir keine Kinder mehr sind, schaut der alte Teddy mit seinen runden Knopfaugen verstaubt aus dem Regal und niemand redet mehr mit ihm, und irgendwann wird ihn ein bestellter Nachlassverwalter versteigern oder in einen blauen Müllsack werfen, zu den alten Fotos, wo wir von allen gedrückt werden, und wo wir als Cowboy oder Prinzessin in die Kamera lachen, und wo Wünschen und Sein ein und dasselbe sind.
Weil wir vor lauter Sein das Wünschen gar nicht nötig haben.
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(ich war heute morgen noch keine minute wach, es war kurz nach sieben, der mann brachte mir einen kaffee ans bett, und unten aus dem plümmo schauten meine beiden nackten füsse heraus. es hätte ein hübscher moment werden können, die sonne kam raus, die katzen schrubbten ihr fell, und was mach ich? ich sagte:
'an einem der beiden dicken zehen hängt irgenwann ein zettel mit meinem namen drauf, in einer kühlkammer.'
wieso fällt mir nich was schönes ein, etwas, wo der mann nicht direkt die flucht ergreift? :)
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Dir eine gute Nacht. Und gute Träume. Träume sind das Wichtigste, ohne sie sind wir nichts mehr auf dieser Welt.
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VIEL MEHR.
sehr viel mehr. die möglichkeiten werden überhaupt mehr. aber man muss sich auch trauen.
und man KANN viel mehr. und man weiß viel mehr.
vielleicht findet man die härten normaler, wenn man nicht aus einem warmen nest gefallen ist und sieht eher die möglichkeiten.
dennoch ist der text wunderbar - wenn er für einen stimmt. (weißt du ja, hab ich dir ja schon gesagt, sven)
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