aus den Siebzigern in langweiliger, unzeitgemäßer
Typo ohne jede Seriosität.“
(Kommentar im fontblog.de)
Hier fragte ich mich immer: Was soll nur der bekloppte eierkohlenartige Bindestrich zwischen dem AIR und dem BERLIN?

Aber prima: so hatte ich immer was zu grübeln in der Zeit zwischen Check-in und Abflug. Und das lenkte mich von dem komischen Gedingse aus drei langen Balken links daneben ab (was soll ein Eishockeyschläger im Logo einer Fluggesellschaft?). Was ich schön fand, war die (zwar leider als Condensed besetzte) wenn auch im Look etwas unausgegorene aber immerhin serifenlose rote Fettschrift. So was macht sich gut auf Flugzeugen. Wegen der serifenlosen Fettschrift war es ja schon schade gewesen, dass die Swissair pleite ging. Aber die Nachfolgegesellschaft Swiss hat ja weitergemacht mit schönen roten fetten serifenlosen Lettern. Naja, so saß ich auf Flughäfen, meditierte über den eiförmigen Deppentrennstrich und hoffte auf einen CI-Relaunch von Air Berlin. Zwischendurch kam dann das:

Na schon besser. Immer noch Condensed aber immerhin die Meta. Nicht originell, auch eine Ansatz von Serife linst aus jedem Buchstaben, geschenkt, aber das war schon aufgeräumter. Nicht dass ich ein Fan von alleskleinundzusammenschreibenmüssen wäre, aber – fragtmichnichtwarum – ich finde das das nicht so störend wie Deppentrennstriche.
Leider kam jetzt das hier:

Wäre ich Amerikaner bekäme ich jetzt Kulleraugen und würde sagen: „OH MY GOD!“ Ein perfekter grafischer Wühltisch. Dagegen wirkt das neue Logo der Grünen aufgeräumt. Der total verrückte Eishockeyschläger ist einem fetten völlig durchgeknallten angeschrägten Flugzeugfenster gewichen in dem sich die FA-Seifen-Welle an den vor Fassungslosigkeit rund gewordenen Deppentrennstrich anlehnt. Daneben der Name der Fluggesellschaft in einer anorexischen Trendschrift, die selbst Dorfpuffs der Siebzigerjahre nicht auf ihre Klotüren gerubbelt hätten. Und DARUNTER noch ein Helvetica-Derivat mit einem Claim, der so totaaal cool ist, als hätte man ihn aus dem IKEA-Sloganshredder gemopst. Und DA drunter noch ein total geschwungener runter-rauf-Balken, der wahrscheinlich voll die Dynamik der modernen Luftfahrt symbolisieren soll. Vielleicht aber auch die Hoffnung, dass die ihre Grafikabteilung (Rapp Collins - eine, so die vollmundige Selbstbeschreibung, der Top Direkt-Marketing-Agenturen Deutschlands), nachdem sie offensichtlich mit dieser Arbeit zur Landung ansetzt, noch mal zum Durchstarten anhalten.
Wenn die das jedenfalls jetzt auf ihre Flugzeuge tackern, dann können sie die Kotztüten künftig schon beim Check-in verteilen.
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airberlin.com war beliebig, beim neuen ist dies fenster das einzige, was charme hat (wenn auch retro), was schrift und claim angeht gehe ich voll d'accord mit ihnen und dieser swoosh faellt ganz klar unter "verbrechen gegen die menschlichkeit".
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