07.01.08 | 22:30 | 929 x gelesen

Äh, Berlin?…

„…x-beliebiges Prilblümchenarabellahotelknackwurstdesign
aus den Siebzigern in langweiliger, unzeitgemäßer
Typo ohne jede Seriosität.“
(Kommentar im fontblog.de)

Hier fragte ich mich immer: Was soll nur der bekloppte eierkohlenartige Bindestrich zwischen dem AIR und dem BERLIN?

Aber prima: so hatte ich immer was zu grübeln in der Zeit zwischen Check-in und Abflug. Und das lenkte mich von dem komischen Gedingse aus drei langen Balken links daneben ab (was soll ein Eishockeyschläger im Logo einer Fluggesellschaft?). Was ich schön fand, war die (zwar leider als Condensed besetzte) wenn auch im Look etwas unausgegorene aber immerhin serifenlose rote Fettschrift. So was macht sich gut auf Flugzeugen. Wegen der serifenlosen Fettschrift war es ja schon schade gewesen, dass die Swissair pleite ging. Aber die Nachfolgegesellschaft Swiss hat ja weitergemacht mit schönen roten fetten serifenlosen Lettern. Naja, so saß ich auf Flughäfen, meditierte über den eiförmigen Deppentrennstrich und hoffte auf einen CI-Relaunch von Air Berlin. Zwischendurch kam dann das:

Na schon besser. Immer noch Condensed aber immerhin die Meta. Nicht originell, auch eine Ansatz von Serife linst aus jedem Buchstaben, geschenkt, aber das war schon aufgeräumter. Nicht dass ich ein Fan von alleskleinundzusammenschreibenmüssen wäre, aber – fragtmichnichtwarum – ich finde das das nicht so störend wie Deppentrennstriche.

Leider kam jetzt das hier:

Wäre ich Amerikaner bekäme ich jetzt Kulleraugen und würde sagen: „OH MY GOD!“ Ein perfekter grafischer Wühltisch. Dagegen wirkt das neue Logo der Grünen aufgeräumt. Der total verrückte Eishockeyschläger ist einem fetten völlig durchgeknallten angeschrägten Flugzeugfenster gewichen in dem sich die FA-Seifen-Welle an den vor Fassungslosigkeit rund gewordenen Deppentrennstrich anlehnt. Daneben der Name der Fluggesellschaft in einer anorexischen Trendschrift, die selbst Dorfpuffs der Siebzigerjahre nicht auf ihre Klotüren gerubbelt hätten. Und DARUNTER noch ein Helvetica-Derivat mit einem Claim, der so totaaal cool ist, als hätte man ihn aus dem IKEA-Sloganshredder gemopst. Und DA drunter noch ein total geschwungener runter-rauf-Balken, der wahrscheinlich voll die Dynamik der modernen Luftfahrt symbolisieren soll. Vielleicht aber auch die Hoffnung, dass die ihre Grafikabteilung (Rapp Collins - eine, so die vollmundige Selbstbeschreibung, der Top Direkt-Marketing-Agenturen Deutschlands), nachdem sie offensichtlich mit dieser Arbeit zur Landung ansetzt, noch mal zum Durchstarten anhalten.

Wenn die das jedenfalls jetzt auf ihre Flugzeuge tackern, dann können sie die Kotztüten künftig schon beim Check-in verteilen.

Link | Grafik und Design | 2008.01.07, 22:30 comment |

texas-jim, Dienstag, 8. Januar 2008, 09:51
Ach, ich flieg eh ungern.

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Anke5, Dienstag, 8. Januar 2008, 09:52
Ich wusste gar nicht, wie sehr ich das Wort „Eierkohle“ vermisst habe.

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percanta, Dienstag, 8. Januar 2008, 14:37
Der eierkohlenförmige Bindestrich im Ursprungslogo war natürlich der zum Eishockeyschläger gehörende Puck.

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beuteltier, Dienstag, 8. Januar 2008, 15:17
Der eierkohlenartige Bindestrich könnte die Wortzwischenraumanzeige von Word gewesen sein, die jemand vergessen hat auszuschalten. Irgendwie vermisse ich aber das Zeilenumbruchzeichen am Ende.

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c17h19no3, Mittwoch, 9. Januar 2008, 01:19
der eierkohlenbindestrich muss abgelehnt werden, weil als bombe zum (links) senkrecht startenden flugzeug deutbar. das wäre ja antiwerbung.

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mutant, Mittwoch, 9. Januar 2008, 12:42
der hockeyschlaeger ist das flugzeugheck gewesen. voll ok, so 60/70er jahre fortschrittig halt.
airberlin.com war beliebig, beim neuen ist dies fenster das einzige, was charme hat (wenn auch retro), was schrift und claim angeht gehe ich voll d'accord mit ihnen und dieser swoosh faellt ganz klar unter "verbrechen gegen die menschlichkeit".

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sven k., Mittwoch, 9. Januar 2008, 14:23
Korrekt. Das angeschrägte Fenster ohne das Gedöns drin hat was. dann eine kursive Fettschrift ohne serifen nehmen und das a so halb in das fenster hängen. So tät ich das machen. Das säh auch gut aus auf der Flosse weil es abstrakter und nicht so eindeutig nach Fenster aussähe. Jetzt drucken die ein Fenster auf die Flosse, wie doof ist das denn.

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seewolf, Mittwoch, 9. Januar 2008, 14:49
Die Intention, als billig identifiziert werden zu können, war bei der ersten CI am besten bedient. Die Farbe übrigens scheint von der Interflug übrig geblieben zu sein.

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sven k., Mittwoch, 9. Januar 2008, 15:33
Nee, die ist von LTU. Die konnten nicht mehr alles aufbrauchen, bevor sie von AIR BERLIN geschluckt wurden. Und das mit der Identifikation als Billigheimer, das hat was! Ja! Dass ich da nicht drauf gekommen bin! Natürlich! Und billig ist es ja…

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sigriddiva, Mittwoch, 9. Januar 2008, 13:41
Großartiger Verriss. Du solltest Fernsehkritiker werden. Da würde ich mich glatt auch mal wieder vor das TV setzen.

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saoirse, Donnerstag, 10. Januar 2008, 01:05
an interflug oder aeroflot und die dazugehörige ästhetik habe ich bei logo 1 auch immer gedacht. heute noch mit denen geflogen - auf dem rumpf logo 1, auf dem triebwerk logo 2, logo 3 habe ich, gebe ich zu, noch nie gesehen (sieht aber am beschissensten aus). wenn das ein fenster ist, was ist dann das im fenster drin? ein blondes mädchen mit doppelt haare?

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