03.08.08 | 05:37 | 931 x gelesen
[Szenarioskizze für ein zu zeichnendes Comic.]
Man sagt, Künstler interessieren sich nicht für andere Künstler. Aber im Grunde ist nur alles gleich. Und damit völliger Unsinn.
Der Künstler: Das ist völliger Unsinn.
Vielmehr haben Künstler keine Zeit, sich mit anderen Künstlern zu beschäftigen.
Der Künstler: (zu seinem ineffizienten Mäzen) Jetzt nicht, oh mein ineffizienter Mäzen. Sagen sie diesem alten Sack Baselitz, er solle seine Fürbitte unter der Tür durchschieben. Und legen Sie sie bitte zu den Bettelbriefen von Lüpertz, Immendorff und Picasso.
Fakt ist, dass Künstler immer viel zu sehr mit Selbstbespiegelung beschäftigt sind
Der Künstler: (betrachtet sich im Spiegel) Wer bin ich und warum stirbt der Mensch?
Sich mit anderen Künstlern zu beschäftigen erscheint dem Künstler daher als müßig.
Der Künstler: (nimmt ein Buch) Oh wie müßig, mich mit anderen Künstlern zu beschäftigen. Aber gut. Versuch macht kluch.
Das Buch: (der Künstler liest darin) „Wer bin ich und warum stirbt der Mensch?“
Der Künstler versteht seinen Kollegen, hat aber selbst genug nachzudenken.
Der Künstler: (wirft das Buch weg) Verstehe. Indes, ich habe selbst genug nachzudenken.
Und so begibt sich der Künstler wieder in seine Kemenate.
Kemenate: (ein bezauberndes Mädchen von etwa zwanzig Jahren. Sie ist nackt, der Künstler liegt auf ihr, in einen Spiegel schauend) Guten Tag. Mein Name ist Kemenate. Ich bin Hobbymuse und auf Hartz vier.
Der Künstler: (schaut in einen Spiegel und denkt) Oh Spiegel! Oh Kemenate! Wer bin ich und warum stirbt der Mensch?
Sie sehen – wie wir eingangs schon bemerkten: Es ist alles gleich.
Der Künstler: Aber so was von.
Der Spiegel: Ich will einen Tarifvertrag. Außerdem bin ich noch da, wenn du schon verrottest.
Der Künstler: Maul, sonst Beule.
(Abblende, Werbung.)
[PS: Kunden, die diesen Artikel gelesen haben mochten auch: Picasso 4.0.]
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