Nach dem Riesenerfolg der Twitterlesung, wo Blogger beschlossen hatten es toll zu finden sich gegenseitig Kurzmitteilungen mit der intellektuellen Fallhöhe von Einkaufszetteln vorzulesen, nun der nächste Hammer-Kulturevent: Landwirte aus Sachsen-Anhalt lesen ihre Lieblings-Wasserstandsmeldungen für die Flusschifffahrt aus drei Jahrhunderten.
Einmal habe ich es erlebt, dass Bruno Ganz die Namen von Werkzeugen aus der Enzyclopaedia britannica vorgelesen hat. Dazu führten die Handwerker eines italienischen Dorfes ihre Arbeit auf der Bühne vor, die Geräusche ihrer Werkzeuge gaben die durchkomponierte Musik. Küfer bauten ein Fass, Maurer mischten mit der Schaufel den Mörtel und mauerten dann. Im Hintergrund sang der Kirchenchor des selben Dorfes die Namen auf den Grabsteinen , mehrstimmig.
Es gab standing ovations, nachher.
Das ganze war ein Beiprogramm der Salzburger Festspiele.Und richtig gut.
Yep, Don. Genau die beiden Assoziationen hatte ich auch im Kopf - und es war ganz schön schwer, sich daran möglichst genau zu erinnern um es so wiederzugeben, dass man genau daran denkt.
Ach, Croco. Deine Schilderung beweist: Wenn hinter'm Mikro eine Persönlichkeit sitzt, nicht jemand der davon lebt, dass er jede Gelegenheit nutzt sich in den Mittelpunkt zu setzen sondern jemand, der zudem noch weiß was er tut, dann reicht auch mal das Alphabet - hier gesprochen vom jungen James Earl Jones, dem amerikanischen Otto Sander, der Stimme der dunklen Seite der Macht:
Noch ein paar Tipps in diesem Zusammenhang:
Die Windstärken-Durchsagen im Deutschlandfunk und die Staumeldungen für den Großraum München.
Leider findet seit Jahren Herr Hektopascal nach den Nachrichten keine Erwähnung mehr - war auch immer äußerst hörenswert!
Ich weiß nicht, warum meine Oma selig morgens kurz vor acht im Radio immer die Wasserstandsmeldungen hörte. Aber es ging etwa so: Rhein, Bingen, 4,80; gestiegen 5, Koblenz, 6,20; gefallen 15; Mosel, Trier, 7,20, unverändert. (immer mit monotoner, sehr ernst klingender Männerstimme gesprochen). Spannend war es eigentlich nur bei Hochwasser...
Danke für den Anstoss zur gedanklichen Rückkehr in Omas Wohnküche!