02.08.08 | 21:56 | 90 x gelesen

Space. The Final Pants.

Anhänger von „Star Trek“, der Film- und Fernsehserien rund um das „Raumschiff Enterprise“ gehören immer noch zu den rührigsten Fans des Universums. So informiert die Website trekmovie.com täglich (!) mit Neuigkeiten zu einem neuen „Star Trek“-Film, der erst in einem Jahr in die Kinos kommt. Und manchmal geht die ein oder andere Doppeldeutigkeit im hektischen Lektorat unter. So vermeldet Trekmovie-Redakteur Anthony Pasale am 31. Juli stolz folgende Insider-News (in diesem Sinne: Trekkies Achtung, MINOR SPOILER BELOW ;-)

[Zitat aus: Trekmovie.com: Star Trek Uniform Spoilers.]

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16.05.08 | 06:18 | 345 x gelesen

Chaplin

Ich lande immer wieder bei ihm. Lange hielt ich nichts von dem Film, den Attenborough  1992 über ihn machte. Als er herauskam wirkte er wie ein opulent aber belanglos erzähltes und-dann-und-dann-und-dann-Epic. Heute sehe ich ihn wieder. Und wieder und wieder. Und ich sehe ihn als das, was absurderweise nur wenige Filme sind: wie einen Wein, der jung nichts taugt und mit den Jahren besser wird. Weil jeder Wein nur so wirkt, wie der Moment, in dem man ihn trinkt. In rauen Zeiten sehe ich ihn wieder: Richard Attenboroughs „Chaplin“.

Smile tho’ your heart is aching
Smile even though it's breaking
When there are clouds in the sky – you’ll get by
If you smile

Ein damals siebenundzwanziger Schauspieler namens Robert Downey jr. liefert in der Hauptrolle eine grandiose Show. Die oft hysterischen, oft tragischen Verstrickungen, die sich ergeben, wenn die wesentlichen menschlichen Urgewalten – Idealismus, Kreativität und Liebe – unbarmherzig miteinander kollidieren… Downey und das Ensemble (allesamt großartig: Anthony Hopkins, Kevin Kline, Dan Aykroyd, Moira Kell und so viele andere) werfen all das auf den Schirm, dass ich immer wieder heulen und lachen muss.

Smile through your fear and sorrow
Smile and maybe tomorrow
You'll see the sun come shining through – for you

Dass Downey übrigens, soviel für die Insider, wegen ein bisschen Koks um Jahre seiner Karriere gebracht wurde, das war für ihn die amerikanische Farce, die J. Edgar Hoover für Charles Spencer Chaplin war. „Chaplin“ – dieser Film erdet mich in diesen Tagen wie sonst nur die Begegnungen mit meinen wenigen Freunden: hier haben wir ein paar Meter Zelluloid, die zeigen was der Ironiegesellschaft abgeht: echte Passion und kompromisslose Verletzlichkeit.

Light up your face with gladness
Hide ev’ry trace of sadness

Wer sich gerade für Downey’s „Iron Man“ packt, sollte „Chaplin“ unbedingt sehen. Eine wunderbar komplette Version mit Making Of und allem Drum und Dran gibt es hier bei Amazon.

Altho’ a tear may be ever so near
That's the time you must keep on trying
Smile – what's the use of crying
You'll find that life is still worthwhile
If you just smile

Und zum Abschluß dieses (verdammt, ja!) unbedingt höchst persönlichen Postings hier ein Video von 2007. Robert Downey jr. singt „Smile“ – ein Stück Musik, das Chaplin schrieb und das ein Jazzklassiker wurde. Bitte die ersten anderthalb Minuten freundlich ignorieren, da machen sich Produzent Mark Hudson (mit gefärbtem Bart) und Bass-Legende Charlie Haden ein bisschen zum Affen ;-) Der Mitschnitt mit Downey aus dem Studio der dann folgt, ist herzzerreißend. Schön. Zerrissen. Passioniert. Und da heul ich schon wieder. Et merde ;-)

Weiter mit Musik:

PS: Diese Version desselben Songs, auch von Downey, haut mich grad in den nächsten Tränenschub. Arschoch ;-)

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18.03.08 | 02:15 | 404 x gelesen

Svens DVD-Tipps

Bei „La Môme“ habe ich eigentlich nur geheult. Bei „Walk The Line“ ging es auf einer Stunde dreiundvierzig los und bei Johnny Cashs Heiratsantrag auf der Bühne (etwa bei zwei Stunden drei) war es völlig um mich geschehen und ich war froh die Kleenex-Rolle neben dem Calvados stehen zu haben. Phoenix und Witherspoon sind großartig in „Walk The Line“. Und Fräulein Cotillard in „La Môme“. Beide Filme sind nicht vollständig, aber komplett. Wenn Du eine Geschichte erzählst, ist es nicht wichtig, ob Du sie ganz erzählst. Wenn Du lebst ist nie wichtig, wie lang. Es zählt, da wie dort, immer nur das wie.

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16.11.07 | 20:23 | 398 x gelesen

Große Filme


[James Cagney und Lilo Pulver in Eins Zwei Drei, Billy Wilder, MGM 1961.]

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09.11.07 | 17:21 | 392 x gelesen

Electric Sheep

“Marilyn Monroe? A vacuum with nipples. Directing
Marilyn Monroe was like directing Lassie. You needed
fourteen takes to get each one of them right.”
(Otto Preminger)

Cecile: “Good night, Darling.” Raymond: “Very funny.”
(Bonjour Tristesse, Otto Preminger 1958)

Die flirrend heiße sommerliche Terrasse einer Villa in Südfrankreich. Auftritt der burschikosen Neunzehnjährigen im Badeanzug. Sie wirft sich eine leichte Strickjacke über und knotet die beiden Enden des Bundes kurz über dem Bauchnabel zusammen, während sie mit einem gutaussehenden hageren Mann Mitte Fünfzig scherzt, den sie Raymond nennt.

Warum funktioniert Bonjour Tristesse in der Verfilmung von 1957/58 heute immer noch? Vor allem wohl, weil Otto Preminger („I do not welcome advice from actors, they are here to act.“) das Buch von Françoise Sagan in den wesentlichen Passagen so klar und fernab von allem Zeitgenössischen inszeniert hat, dass selbst der sonst als Staubfänger kultivierte David Niven trotz Langweilerschnauzbärtchen (das schon an Clark Gable affig aussah) wirkt, als käme er im Heute des Filmbetrachters vom Strand und nicht sechs Jahre vor der Kubakrise und als würde er sich tatsächlich am liebsten noch meerwassernass auf die strandliegengestützte Deborah Kerr werfen, die in dem Film wirklich als die lustvolle Mitte dreißig rüberkommt, die sie damals war und die Greisin vergessen macht, als die sie 2007, in Parkinson erstarrt, starb.

Immer wieder der Gedanke, große Filme komplett nachzudrehen mit allen noch lebenden Schauspielern. Also meist leere Einstellungen. Mit dem leichten Rotbraun-Blau-Stich ansonsten perfekt restaurierter Technicolor-Kopien. Bonjour Tristesse. Eine Villa am steinigen Strand von sagen wir, Nizza. Stille. Nur Grillenzirpen. Die Kamera huscht über die sonnenheißen Steinfliesen der Terrasse, verharrt an der die Terrasse begrenzenden Mauer mit Blick auf das mediterrane Standpanorama. Scheinbar unmotiviert schwenkt die Kamera auf die zur Terrasse führende steile Steintreppe, verharrt dort kurz um dann über die Terrasse in ein helles aber kühles Schlafzimmer mit tropenholzvertäfelten Regalwänden voller Bücher und Porzellan-Nippes zu fahren. Dann wieder auf die leere Terrasse, die Treppe. Schnitt. Die Kamera erwartet Menschen unten am Strand, die lachend die steile Treppe zum Badehäuschen heruntergesprungen kommen.

Der Gedanke, dass Jean Seberg mit der Kamera eigentlich Nachlaufen spielte.

Es kommen keine Menschen runter an den Strand. Der Film ist nur fünfzig Jahre alt und sie sind alle weg. Die jüngste, Jean Seberg, würde dieses Jahr ihren Siebzigsten feiern, wäre sie nicht schon im Paris der Siebziger stark verwest neben einem Röhrchen Schlaftabletten in ihrem Auto gefunden worden. Wir welken so schnell. Exhale from the mind… Exhale from the soul…

Das einzige Manko der Preminger-Verfilmung von Bonjour Tristesse ist, dass es ein französischer Film ist, den man im amerikanischen Original sehen muss. Befremdet mich ebenso, wie Schindlers Liste, ein amerikanischer Film, in dem die Deutschen Englisch und die Amerikaner Polnisch sprechen. Von Schindlers Liste habe ich mir ob dieses Irritationspotenzials bislang das Original nicht angeschaut. Bei Bonjour Tristesse schon. Warum… Wahrscheinlich hat der Exilösterreicher und Max-Reinhardt-Weggefährte Otto Preminger selbst das Französische so sehr zum leinwandtransportablen Gefühl komprimiert, bis selbst die Sprache zu seiner Deutlichwerdung egal wurde. Ich bin sicher, der Mann hätte seinem Publikum noch das Star Spangled Banner als Tricolore glaubwürdig gemacht, aber das sah er wohl  nicht als dramaturgisch notwendig an.

Der Wind an der sonnendurchfluteten Küste Südfrankreichs ist noch da. Nicht mehr die kurzen blonden Strähnchen von Cecile, die der zum Tanzen bringt. Wohl andere Strähnchen.

Warum funktioniert Bonjour Tristesse in der Verfilmung von 1957/58 heute immer noch? Weil es ein Film für die Vergänglichen, ist indem er das Zeitlose bittersüß greifbar macht.

Alles andere ist eine andere Geschichte und führt unweigerlich zu Blade Runner.

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22.09.07 | 17:45 | 308 x gelesen

Tcheit

Klickst Du: Heinz Strunk in "ZEIT". Ganz groß.

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Egoload - Verträumter Idealist